Initialen
© Jürgen F. Schopp |
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| Das Wort
Initiale (auch: das Initial) stammt vom lat. initium, was Anfang, Beginn
bedeutet. Initialen markieren den Kapitelbeginn in Büchern sowie den
Beginn eines Artikels in Broschüren und Zeitschriften. In Initialfunktion
treten sie vor allem dann auf, wenn die Kapitel keine Überschrift
haben, wie bei den spätantiken Handschriften, deren Initialen noch
kaum ausgestaltet waren. Ihre zusätzliche ästhetische Funktion
erhielten sie im keltisch-germanischen Raum, wo sie als Illustration, Schmuck-und
Auflockerungselement verwendet wurden (z.B. das berühmte »Book of Kells« aus
Irland), mit dem Höhepunkt in den mittelalterlichen
Handschriften – natürlich mußte sich auch Gutenberg
an die Konventionen halten und ließ, da er noch kein Vierfarben-Druckverfahren
kannte, die Initialen für seine Bibeldrucke nachträglich von
Hand einfügen. Typografen unterscheiden im Hinblick auf die Gestalt der Initiale vier Typen (vgl. Davidshofer/Zerbe 1961): 1. Einfache Initiale, Die technischen Möglichkeiten von DTP stellen
weitere 1. Überragende Initiale (bei Sommer
heißt es allerdings: »der Initial«) – ein Initialbuchstabe, der auf der
Schriftlinie der ersten Zeile steht. |
DTP-Programme
machen es dem Benutzer relativ leicht, einen Textabsatz mit einer Initiale
zu beginnen. Am häufigsten wird wohl die einfache Initiale eingesetzt. Bsp. (1) zeigt, wie das dann zuweilen aussieht. Bei der Gestaltung einer Initiale sollte man Folgendes beachten: 1. Die Initiale muß mit der sie abschließenden Zeile Linie halten (2). 2. Die einfache Initiale muß sich optisch in den Satzspiegel einfügen, d.h. sie muß wegen des seitlichen Fleisches meist etwas ausgerückt werden – die Serifen stehen dann über (2). 3. Der Schriftcharakter der Initiale sollte mit der Grundschrift und dem Inhalt des Werkes übereinstimmen. 4. Bei Schreibschriften werden die auslaufenden Buch- stabenteile noch stärker freigestellt (3). 5. Bei Initialbuchstaben mit schrägen Strichen (z.B. A, V, W) kann der optisch zu große Freiraum durch »gestufte Zeilenführung« reduziert und ausgeglichen werden (Beispiel bei Sommer). Problematisch sind Buchstaben wie L und T – ich versuche solche Fälle zu vermeiden, indem ich zumindest bei meinen eigenen Texten umformuliere. 6. Überragende Initialen können auch mit einem Einzug versehen werden, der z.B. die Proportionen des Goldenen Schnittes aufweist (4). 7. Kassetten-Initialen als ausgefüllte Fläche lassen sich durch Tonflächen hinter dem (weißen) Buchstaben darstellen (5); ihr Abstand zum Text sollte ebenso groß sein wie der optische Zeilenzwischenraum. 8. Wenn echte Kapitälchen zur Verfügung stehen,
kann man das mit der Initiale begonnene Wort in diesen setzen |