Proportionen:
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| Beim Goldenen
Schnitt handelt es sich um ein Gesetz zur Erzielung harmonischer Proportionen.
Er kommt sowohl in der Natur vor (Hahnenfußblatt, Schachtelhalm und
Eichenblatt) als auch in Kunst und Architektur (Platons Timaios, Kap. 7;
Parthenon in Athen; alte Petersbasilika; der Modulor von Le Corbusier).
Dieses Harmoniegesetz beruht auf der Teilung einer Linie in zwei ungleiche Teile, von denen sich der kleinere Teil (c) zum größeren (b) so verhält wie der größere zur Summe der beiden Teile (a), also der gesamten Linie: a : b = b : c (vgl. Hagenmaier 1990: „Harmoniegesetz“). |
Auch in
der Typografie finden sich viele Anwendungsmöglichkeiten für
den Goldenen Schnitt. Als erstes wären die Seitenproportionen des
Papierformats zu nennen. Gute Beispiele finden Sie bei Buchformaten (z.
B. die Sammlung Metzler). Auch das Verhältnis der Ränder
kann im Goldenen Schnitt erfolgen (oben 3 Teile, unten 5 Teile); dazu das
Verhältnis von Satzspiegel und Papierfläche. Außerdem kann
die Schriftgröße für Textteile unterschiedlichen Grades
nach dem Goldenen Schnitt aufeinander abgestimmt werden, z. B. Vorspann
14 Punkt, folgender Fließtext 9 Punkt (aufgerundet). Eine weitere
Anwendungsmöglichkeit ist die Stärke von zusammengesetzten Schmuck-
und Umrandungslinien, bei ersteren außerdem noch die Länge der
Linien. Und schließlich sorgt der Goldene Schnitt in der Kalligrafie
für harmonische Buchstabenproportionen, wenn das Verhältnis von
Mittellänge und Ober-/Unterlänge 5 : 3 beträgt.
Anhand der obigen Liste mit Verhältniszahlen lassen sich für jede beliebige Maßeinheit die Werte im Goldenen Schnitt ermitteln (natürlich darf bei Bedarf auf- oder abgerundet werden). |